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How to Bachelorarbeit
Beitrag aus der Newsroom Lehrredaktion (SS 20)

How to Bachelorarbeit

Das Ende deines Studiums ist zum Greifen nah. Jetzt nur noch die Bachelorarbeit und dann ist es geschafft. Aber wie gehst du das Projekt Abschlussarbeit am besten an und worauf solltest du dabei achten? Mit den nachfolgenden Tipps und dem beigefügten Planer für deine Thesis kann die bevorstehende Zeit überschaubarer werden und die Herausforderung plötzlich gar nicht mehr so überfordernd wirken.

 

Bachelorkolloquium

Je nach Studiengang gibt es unterschiedliche Formen von Bachelorkolloquien. Entweder finden diese zu Beginn des Semesters als Blockseminare statt, oder sie werden während des Semesters als regelmäßige Vorlesung angeboten. Im Bachelorkolloquium wiederholst du, wie Leitfragen für eine wissenschaftliche Arbeit formuliert werden, wie Literatur systematisch durchsucht und aufbereitet wird und worauf du beim Verfassen der Thesis achten musst. Der Besuch dieser Veranstaltungen ist für alle Studierenden verpflichtend – und das aus gutem Grund: Sie geben dir Informationen an die Hand, die dir helfen, deine Abschlussarbeit zu verfassen. Wann das Kolloquium für deinen Studiengang stattfindet, kannst du deinem persönlichen Stundenplan entnehmen.

 

Themenfindung

In den nächsten Monaten wirst du dich ausgiebig mit deiner Bachelorarbeit beschäftigen. Es ist also wichtig ein Thema zu finden, für das du dich wirklich begeistern kannst. Dann wird dir die ganze Arbeit gleich viel leichter fallen. Nimm dir bei der Suche Zeit und überlege, was dich während des Studiums oder des Praxissemesters am meisten interessiert hat. Hilfreich kann es auch sein, sich entsprechende Fachbeiträge rund um dein Teilgebiet anzusehen, um herauszufinden, über was aktuell diskutiert wird. In der Bibliothek findest du Ausgaben von ganz unterschiedlichen Fachzeitschriften, die Trends und Themen verschiedener Disziplinen beleuchten. Außerdem hast du von dort über die Datenbank WISO Zugriff zu 150 Millionen Artikeln im Volltext. Weiterhin stellen Dozierende häufig eine Liste mit möglichen Fragestellungen für Abschlussarbeiten bereit, vielleicht ist dort ja etwas für dich dabei.

 

Betreuer*in finden

Oft ergibt sich der*die Betreuer*in bereits aus der Wahl deines Themengebiets. Im Intranet unter „Dozentenpläne und Dozentenverzeichnis“ kannst du dir die Lehr- und Forschungsgebiete der Dozierenden ansehen. Dort erhältst du einen Überblick, wer sich mit welchen Fachgebieten beschäftigt. Du musst dich bei der Suche nicht auf die Dozierenden deines Studiengangs beschränken, denn du kannst deine Bachelorarbeit auch bei einem*r Betreuer*in eines anderen Studiengangs schreiben. Wenn du weißt, bei wem du die Arbeit gerne schreiben würdest, melde dich am besten per E-Mail und erkundige dich, ob der*die Dozierende deine Arbeit betreuen kann. Vereinbare dann gleich einen Termin für eine erste Besprechung. Denke auch daran, dass du bei der Thesis eine Zweitprüferin oder einen Zweitprüfer brauchst. Hierfür kommen Mitarbeiter*innen in der Lehre, Professor*innen und Lehrbeauftragte – entweder aus dem eigenen oder einem fremden Studiengang – in Frage. Wenn die Arbeit in Kooperation mit einem Unternehmen verfasst wird, kann auch ein*e externe*r Gutachter*in diese Aufgabe übernehmen. Der Zweitprüfende muss jedoch mindestens den von dir angestrebten Abschluss besitzen. Dieser muss zudem mehr als drei Jahre zurückliegen. In dein Anmeldeformular kannst du bei Bedarf auch mehr aus zwei Betreuer*innen eintragen.

 

Überblick verschaffen

Bevor du mit deiner Thesis beginnst, ist es wichtig, dass du einen Überblick über alle anstehenden Aufgaben und das Ziel deiner Arbeit bekommst. Die meisten Dozierenden verlangen deshalb vor der Anmeldung ein Exposé, in dem der geplante Inhalt knapp skizziert wird. Deine Forschungsfrage und die Vorgehensweise sollten feststehen, damit sowohl du als auch dein*e Betreuer*in den Arbeitsaufwand absehen können. Falls du dir zu viel vornimmst, kann dein*e Betreuer*in gleich einschreiten und ihr könnt dein Thema zusammen eingrenzen. Mindestens muss jedoch ein Titel für deine Arbeit vorliegen, bevor du loslegen kannst. In Rücksprache mit deine*m*r Betreuer*in kann dieser später bei Bedarf noch angepasst werden.

 

Zeitplan

Zu Beginn deiner Arbeit können drei Monate nach sehr viel Zeit klingen. Mache dir von Anfang an einen realistischen Zeitplan und lege fest, wann du mit welchem Schritt fertig sein möchtest. Schau dir unseren Planer für die Bachelorarbeit an und überlege dir schon jetzt, bis zu welchem Zeitpunkt du welchen Teil erledigt haben willst. So kannst du auch in den letzten Wochen noch entspannt arbeiten und musst nicht all das unter Zeitdruck nachholen, was du zu Beginn verpasst hast.

 

Anmeldung der Bachelorarbeit

Wenn du mit deinem*r Betreuer*in ein Thema festgelegt hast und alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, dann ist es an der Zeit, die Bachelorarbeit beim Prüfungsamt anzumelden. Im Intranet findest du dazu ein Formular, auf dem du den Titel deiner Arbeit, den Bearbeitungsbeginn und weitere Informationen einträgst. Sobald beide Prüfenden das Formular unterschrieben haben, reichst du es bei der Prüfungsverwaltung ein. Dies sollte mindestens fünf Tage vor beabsichtigtem Bearbeitungsbeginn geschehen. Nach der Abgabe gilt dann der dreimonatige Bearbeitungszeitraum. Der verbindliche Abgabetermin wird dir auf der Anmeldebestätigung vom Prüfungsamt mitgeteilt.

 

Pausen

Bei all der Arbeit ist es wichtig, auch Pausen zu machen. Achte also darauf, hin und wieder ein paar freie Tage einzuplanen. Wenn du einen großen Meilenstein erreicht hast, dann belohne dich doch mit einem freien Wochenende und unternimm etwas Schönes mit Freunden oder deiner Familie. Danach kannst du wieder voller neu gewonnener Energie durchstarten.

 

Umgebung

Während sich der*die eine am besten alleine am heimischen Schreibtisch in die Arbeit vertiefen kann, kommt der*die andere in einem Café erst so richtig in einen Arbeitsfluss. Suche dir deshalb eine Umgebung, in der du konzentriert arbeiten kannst. Ein guter Anlaufpunkt ist die HdM-Bibliothek. Dort ist es ruhig und du wirst beispielsweise nicht von all den Dingen in deiner Wohnung abgelenkt. Außerdem hast du das Wissen aus vielen Büchern direkt zur Hand, falls du etwas nachschlagen möchtest.

 

Formatierung

Am einfachsten ist es, wenn du vorab mit deinem*r Betreuer*in besprichst, welche Vorgaben es für die Formatierung gibt. Viele Dozierende haben Vorlagen, die du nutzen kannst. Wenn du bereits von Beginn an die richtige Formatierung verwendest, stehst du am Ende nicht vor dem Problem, dass Formatänderungen dein ganzes Dokument verschieben.

 

Zitation

Bei einer wissenschaftlichen Arbeit sind Zitate und die korrekte Angabe der verwendeten Quellen das A und O. Sprich mit deinem*r Betreuer*in ab, welchen Zitierstil du verwenden sollst. In deinen Unterlagen aus dem Fach „Wissenschaftliche Grundlagen“ findest du dazu hilfreiche Informationen. Bei der Literaturrecherche ist es ratsam, sich alle Quellen gleich zu notieren, um später darauf zurückgreifen zu können. Hierzu gibt es spezielle Programme, wie zum Beispiel Citavi, mit Hilfe derer das Quellenverzeichnis später ganz einfach angelegt werden kann.

 

Regelmäßige Rücksprache

Dein*e Betreuer*in hilft dir nicht nur bei der Themenfindung und der Gliederung – auch während des Schreibprozesses kann er oder sie dir tatkräftig zur Seite stehen, wenn Fragen auftauchen oder du an einer Stelle nicht weiterkommst. Durch regelmäßige Rücksprachen könnt ihr gemeinsam schnell erkennen, wenn du dich in eine falsche Richtung bewegst.

 

Korrektorat

Du solltest deine Arbeit mehr als einmal lesen, um Korrekturen vorzunehmen. Dass du irgendwann blind für Fehler wirst, ist ganz normal. Deshalb ist es ratsam, deine Arbeit vor der Abgabe zusätzlich von anderen Personen korrigieren zu lassen. Außenstehenden fallen häufig Rechtschreib- oder Logikfehler auf, die du übersehen hast und sie können objektiv beurteilen, ob die Arbeit einem nachvollziehbaren roten Faden folgt. Gib deinen ausgewählten Helfern also am besten schon ein paar Wochen vorher Bescheid, wann du ihnen deine Arbeit zum Korrekturlesen geben möchtest, damit sie sich dafür Zeit einplanen können.

 

Druck

Bevor du deine Arbeit drucken lässt, prüfe noch einmal, ob alles richtig dafür aufbereitet ist. Wenn du dir nicht sicher bist, kannst du vorher in der Druckerei anrufen und fragen, worauf du achten musst. Um eine passende Anlaufstelle für den Druck deiner Thesis zu finden, ist es hilfreich, im Bekanntenkreis bei Personen, die bereits eine Abschlussarbeit abgegeben haben, nach Empfehlungen für gute Druckereien zu fragen.

 

Abgabe

Du musst jeweils drei gedruckte und gebundene Exemplare deiner Bachelorarbeit in der Prüfungsverwaltung abgeben. Zusätzlich ist eine auf CD oder DVD gebrannte PDF-Version beizulegen, die der Plagiatsprüfung dient. Bei der Abgabe werden alle drei Ausführungen mit einem Eingangsstempel versehen. Danach musst du deinem Erst- und Zweitprüfenden jeweils ein Exemplar zur Korrektur aushändigen. Manche Betreuer*innen korrigieren die Arbeiten bevorzugt in der digitalen Fassung. Kläre deshalb mit deinen Prüfenden ab, ob sie deine Arbeit zusätzlich als PDF-Datei haben möchten. Du solltest deine Thesis, wenn möglich, während der regulären Öffnungszeiten der Prüfungsverwaltung abgeben. Falls du sie nicht persönlich abgeben kannst, haftest du selbst für den fristgerechten Eingang deiner Abschlussarbeit an der Hochschule.

 

Kolloquium

Je nach Studiengang findet nach der Abgabe deiner Bachelorarbeit gegebenenfalls noch die Verteidigung deiner Bachelorarbeit in Form eines Kolloquiums statt – nicht zu verwechseln mit der Infoveranstaltung „Bachelorkolloquium“ zu Beginn deiner Thesis.
In den Studiengängen OM, WI, BI/IW findet das Kolloquium in der Regel nach Abgabe der Arbeit statt. Es ist nicht erforderlich, dass du dich dafür bei der Prüfungsverwaltung anmeldest – stimme den Termin dafür einfach mit deinen Prüfenden ab. Bei deinem Kolloquium fasst du die zentralen Punkte deiner Bachelorarbeit in einer 15-minütigen Präsentation zusammen. Im Anschluss findet noch ein etwa 15-minütiges Gespräch statt, bei dem du mit den Prüfenden über deine Arbeit diskutierst.
Im Studiengang ID gibt es keine Verteidigung der Bachelorarbeit.

 

Experte

Du hast deine Thesis erfolgreich abgeschlossen? Dann kannst du auf jeden Fall stolz auf dich sein. Du hast dich drei Monate lang intensiv mit einem Thema auseinandergesetzt. Erwähne bei Bewerbungsgesprächen, womit du dich beschäftigt hast – vielleicht ist es genau das, was dich von anderen Bewerber*innen abhebt. Oder veröffentliche deine Ergebnisse in einem Fachmagazin.